Zins-Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Zinsen, Geldanlage und Finanzierung – kompakt und verständlich.
A
Annuitätendarlehen
Das Standard-Hypothekendarlehen: Die monatliche Rate bleibt konstant, aber der Zinsanteil nimmt ab, der Tilgungsanteil zu. Ermöglicht gute Planbarkeit über die Laufzeit.
Aufzinsung
Das Gegenteil der Abzinsung – ein heute angelegter Betrag wird mit Zinsen auf einen zukünftigen Wert hochgerechnet. Grundlage des Zinseszins-Effekts.
B
Beleihungsauslauf
Das Verhältnis von Darlehensbetrag zum Beleihungswert der Immobilie (in Prozent). Ein niedrigerer Beleihungsauslauf führt in der Regel zu günstigeren Zinsen, da das Risiko für die Bank geringer ist.
Bundesanleihe
Anleihe der Bundesrepublik Deutschland – gilt als sicherste Anlageform in Euro. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen gilt als Referenz für den deutschen Kapitalmarkt.
D
Dispositionskredit (Dispo)
Kurzfristiger Überziehungsrahmen auf dem Girokonto. Sehr flexibel, aber mit den höchsten Zinssätzen aller Standardkreditprodukte (Ø 10–12 % p. a.).
E
Effektivzins
Der tatsächliche Jahreszins unter Berücksichtigung aller Kosten (Bearbeitungsgebühren, Agio etc.). Beim Kreditvergleich immer der effektive Zinssatz heranzuziehen – nicht der Nominalzins.
Einlagensicherung
Gesetzliche Pflichtversicherung in der EU: Spareinlagen bis 100.000 € je Kunde und Bank sind im Fall einer Bankeninsolvenz geschützt.
Euribor
Euro Interbank Offered Rate – der Zinssatz, zu dem sich Banken im Euroraum gegenseitig Geld leihen. Referenzsatz für viele variable Kredite und Derivate.
EZB (Europäische Zentralbank)
Die Zentralbank des Euroraums mit Sitz in Frankfurt. Setzt den Leitzins für 20 Mitgliedstaaten und hat das Mandat der Preisstabilität (Inflationsziel: 2 %).
F
Festgeld
Sparprodukt mit fester Laufzeit und festem Zinssatz. Ertrag höher als Tagesgeld, aber während der Laufzeit kein Zugriff auf das Kapital möglich.
Fisher-Gleichung
Realzins ≈ Nominalzins – Inflation. Der Ökonom Irving Fisher formulierte den Zusammenhang zwischen Nominalzins, Realzins und Inflationsrate.
Forward-Darlehen
Baufinanzierung, die bereits heute abgeschlossen wird, aber erst in der Zukunft (bis 60 Monate) ausgezahlt wird. Schützt vor steigenden Zinsen bei der Anschlussfinanzierung.
L
Leitzins
Der von der Zentralbank festgelegte Zinssatz, zu dem Geschäftsbanken Geld leihen oder parken können. Das wichtigste Instrument der Geldpolitik.
N
Nominalzins
Der vertraglich vereinbarte Zinssatz ohne Berücksichtigung von Inflation oder Kosten. Für Vergleiche stets mit dem Effektivzins ergänzen.
R
Realzins
Nominalzins minus Inflationsrate. Gibt an, um wie viel die reale Kaufkraft durch die Anlage wächst (oder schrumpft). Bei hoher Inflation kann der Realzins negativ sein.
T
Tagesgeld
Sparprodukt mit täglich verfügbarem Guthaben und variablem Zinssatz. Kein Festzins – der Zins kann jederzeit geändert werden.
Tilgung
Der Rückzahlungsanteil bei einem Darlehen. Bei der Baufinanzierung üblich: anfängliche Tilgung von 1–3 % p. a. Je höher die Tilgung, desto schneller wird das Darlehen abgebaut.
Z
Zinseszins
Zinsen, die auf bereits erhaltene Zinsen berechnet werden. Der Zinseszins-Effekt führt bei langen Laufzeiten zu exponentiellem Kapitalwachstum.
Zinsstrukturkurve
Grafische Darstellung der Zinssätze über verschiedene Laufzeiten. Normalerweise steigend (längere Laufzeiten = höhere Zinsen). Eine inverse Kurve gilt als Rezessionsindikator.