Der Dispositionskredit – flexibel, aber teuer
Der Dispo ist der teuerste Standardkredit. Durchschnittlich 10–11 % effektiv – und er läuft, solange Sie überziehen. Was er kostet und wann er berechtigt ist.
Was ist der Dispositionskredit?
Der Dispositionskredit (kurz: Dispo) ist ein eingeräumter Überziehungsrahmen auf Ihrem Girokonto. Sie können Ihr Konto bis zur vereinbarten Grenze (meist 2–3 Monatsgehälter) überziehen – ohne Antrag, ohne Rückzahlungsplan. Die Zinsen laufen täglich auf den überzogenen Betrag.
Wie teuer ist der Dispo wirklich?
Bei einem Dispo-Zinssatz von 10,80 % und einer Überziehung von 2.000 € über 3 Monate zahlen Sie ca. 54 € Zinsen. Das klingt überschaubar – aber auf Jahresbasis entspricht das einem Kostenfaktor, der jeden Sparertrag vernichtet, den Sie gleichzeitig erzielen könnten.
| Überziehung | Dauer | Zinssatz | Zinskosten |
|---|---|---|---|
| 500 € | 1 Monat | 10,80 % | 4,50 € |
| 1.000 € | 3 Monate | 10,80 % | 27,00 € |
| 2.000 € | 6 Monate | 10,80 % | 108,00 € |
| 3.000 € | 12 Monate | 10,80 % | 324,00 € |
Günstigere Alternativen zum Dispo
- Ratenkredit ablösen: Bei dauerhafter Dispo-Nutzung lohnt die Umschuldung in einen Ratenkredit (ca. 5–8 % effektiv)
- Kreditrahmen (Revolving Credit): Manche Banken bieten separate Kreditlinien zu günstigeren Konditionen
- Auffüllen aus Sparreserve: Falls Tagesgeld vorhanden – Dispo ablösen, Zinsdifferenz als Gewinn
Wann ist der Dispo legitim?
Als kurzfristige Liquiditätsbrücke – etwa wenn eine Zahlung kommt, bevor das Gehalt eintrifft. Maximal wenige Tage bis wenige Wochen. Für alles Längere gibt es günstigere Lösungen.