EZB-Leitzins – die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank
Die EZB setzt den Leitzins für 20 Euro-Staaten. Wie Entscheidungen getroffen werden, was die drei EZB-Zinssätze bedeuten und wie sie sich auf Ihren Alltag auswirken.
Die drei EZB-Zinssätze
| Zinssatz | Aktuell | Funktion |
|---|---|---|
| Hauptrefinanzierungssatz | 3,40 % | Wochentender – Basis-Refinanzierung der Banken |
| Einlagefazilität | 3,25 % | Verzinsung für bei der EZB geparktes Bankengeld |
| Spitzenrefinanzierungsfazilität | 3,65 % | Notfallkreditlinie (über Nacht) |
Wie entscheidet die EZB?
Der EZB-Rat trifft Zinsentscheidungen in regelmäßigen Sitzungen (6–8 Mal pro Jahr). Basis der Entscheidung sind Inflationsdaten (Ziel: 2 %), Wachstumsprognosen und Finanzstabilitätserwägungen. Entscheidungen werden per Mehrheitsvoting getroffen; der EZB-Präsident hat keine besondere Stimmgewichtung.
Was beeinflusst den EZB-Leitzins?
- Inflationsrate (HVPI): primäres Mandat – Inflation nahe, aber unter 2 %
- Konjunktur: BIP-Wachstum, Arbeitslosigkeit, Kreditvergabe
- Kerninflation: Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel – der nachhaltigere Indikator
- Internationale Entwicklungen: Fed-Politik, geopolitische Risiken, Wechselkurs
Der neutrale Zinssatz
Die EZB orientiert sich am „neutralen Zinssatz" – dem theoretischen Niveau, bei dem die Geldpolitik weder expansiv noch restriktiv wirkt. Die EZB schätzt diesen derzeit auf ca. 2,0–2,5 %. Zinssätze darüber wirken bremsend, darunter stimulierend.