Fed Funds Rate – der US-Leitzins und sein globaler Einfluss
Was die Federal Reserve entscheidet, bewegt die Weltmärkte. Wie der US-Leitzins funktioniert – und warum er auch für Sparer und Kreditnehmer in Deutschland relevant ist.
Was ist die Federal Reserve?
Die Federal Reserve (kurz: Fed) ist die Zentralbank der USA. Wie die EZB hat sie das Mandat der Preisstabilität – mit dem Unterschied, dass die Fed explizit auch Vollbeschäftigung anstrebt (duales Mandat). Die Zinsentscheidungen trifft das Federal Open Market Committee (FOMC) in ca. 8 Sitzungen pro Jahr.
Warum ist die Fed für Europa relevant?
Der US-Dollar ist die weltweite Leitwährung. Fed-Entscheidungen beeinflussen:
- Den EUR/USD-Wechselkurs (wirkt auf Importinflation in Europa)
- Globale Kapitalflüsse (Investoren vergleichen US- und EU-Renditen)
- Die Renditen von US-Staatsanleihen, an denen sich viele globale Zinssätze orientieren
Der „Dot Plot" – Zinserwartungen der FOMC-Mitglieder
Vier Mal pro Jahr veröffentlicht die Fed die sogenannte „Summary of Economic Projections" mit dem Dot Plot: Jedes FOMC-Mitglied markiert seine Zinsprognose für die nächsten Jahre anonym. Der Markt interpretiert diese Punkte als Signal für den Zinspfad.
EZB vs. Fed – wer handelt schneller?
Die Fed agierte in der Zinserhöhungsphase 2022–2023 aggressiver als die EZB (höhere Ausgangsinflation, flexibleres Mandat). In der aktuellen Senkungsphase liegt die EZB schneller als die Fed. Diese Divergenz beeinflusst den EUR/USD-Kurs und damit indirekt die europäische Inflationsdynamik.