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Selten gestellte Fragen

Negative Zinsen – wie war das möglich?

Von 2016 bis 2022 gab es in Europa Negativzinsen. Banken zahlten für das Parken von Geld bei der EZB. Manche Sparer zahlten ebenfalls drauf. Wie konnte das passieren?

Was sind Negativzinsen?

Bei Negativzinsen zahlt der Kreditgeber – statt Zinsen zu erhalten. Normalerweise erhalten Sie für geliehenes Geld Zinsen. Bei Negativzinsen läuft es umgekehrt: Sie zahlen für das Hinterlegen von Kapital. Das klingt absurd – ist aber unter bestimmten Umständen rational.

Warum führte die EZB Negativzinsen ein?

Hintergrund: Nach der Eurokrise 2010–2012 horteten Banken überschüssige Liquidität bei der EZB, anstatt Kredite zu vergeben. Die EZB wollte dieses Geld in die Realwirtschaft lenken. Ab Juni 2014 galt: –0,1 %, später bis –0,5 % auf die Einlagefazilität. Banken mussten für das Parken von Geld bezahlen – ein Impuls, es stattdessen als Kredit zu vergeben.

Haben Sparer wirklich negative Zinsen gezahlt?

Direkt: nein, meist nicht. Banken fürchteten einen Abzug von Einlagen und hielten die Negativzinsen zunächst nicht an Privatpersonen weiter. Ab 2019 begannen manche Banken, auf sehr große Einlagen (ab 100.000 €, später auch weniger) „Verwahrentgelte" zu erheben. Faktisch: negativer Zins auf hohe Spareinlagen.

Können Negativzinsen wiederkommen?

Theoretisch ja – aber es ist unwahrscheinlich in der nahen Zukunft. Die EZB hat mit dem Zinsnormalisierungsprozess 2022–2023 ein neues Gleichgewicht angestrebt. Ökonomen sehen den „neutralen Zinssatz" heute höher als vor 2020. Eine erneute Nullzinsphase würde eine sehr schwere und langanhaltende Rezession erfordern.