Die Zinsstrukturkurve – was sie verrät
Die Zinsstrukturkurve zeigt die Zinssätze für verschiedene Laufzeiten. Normalerweise steigend – aber manchmal invertiert. Was das bedeutet, hat praktische Konsequenzen.
Was ist die Zinsstrukturkurve?
Die Zinsstrukturkurve (Yield Curve) stellt die Zinssätze/Renditen für Anleihen gleicher Qualität, aber unterschiedlicher Laufzeit dar. Auf der X-Achse die Laufzeit (1 Monat bis 30 Jahre), auf der Y-Achse die Rendite.
Drei Formen und ihre Bedeutung
| Form | Kurzfristige Zinsen | Langfristige Zinsen | Signal |
|---|---|---|---|
| Normal (steil) | niedrig | hoch | Wirtschaft wächst normal |
| Flach | ähnlich | ähnlich | Wirtschaft in Übergang |
| Invers | hoch | niedrig | Rezessionswarnung |
Die inverse Zinsstrukturkurve als Rezessionsindikator
Wenn kurzfristige Zinsen (z. B. 2-Jahres-Anleihe) höher sind als langfristige (10-Jahres-Anleihe), nennt man die Kurve invers. Historisch war eine inverse US-Kurve ein zuverlässiger Vorbote einer Rezession – mit einem Vorlauf von ca. 12–24 Monaten. In 2022–2023 war auch die US-Kurve deutlich invers.
Was bedeutet das für Festgeld-Anleger?
Bei inverser Zinskurve sind kurzfristige Festgeldsätze oft besser als langfristige. Das war in 2023 tatsächlich der Fall: 12-Monats-Festgeld brachte mehr als 5-Jahres-Festgeld. Wer das erkannte, konnte besser disponieren.